. .

Zielgruppen: Diabeteskinder

In 8 Modulen sollen die Kompetenzen der Kinder gefördert, ihr Selbstbewusstsein gestärkt und ihr Umgang mit der Erkrankung im Alltag verbessert werden.
Je selbstsicherer und natürlicher die Kinder mit ihrem Diabetes umgehen, desto besser reagiert auch ihr unmittelbares Umfeld auf die Erkrankung.

Modul 1: Annäherung an das Tier:
dieses Modul dient zum gegenseitigen Kennenlernen und Herantasten an die weitere Zusammenarbeit. Es findet ein ausgiebiges Anamnesegespräch statt, indem unter anderem die Stärken und Schwächen, das Verhalten des Kindes und der relevanten Umwelt in bestimmten Situationen und die jetzige persönliche Lebenssituation zum Thema gemacht wird. Die unterschiedlichen Tiere werden vorgestellt und einzelne Übungen können schon ausprobiert werden.

Modul 2: Belastung und Stress: Der Umgang mit Tieren führt wissenschaftlich in zahlreichen Studien erwiesen zu deutlichem Stressabbau. Diabetikerkinder weisen ein nicht zu unterschätzendes Stressniveau auf: Diagnose einer schweren Erkrankung, Beobachtung der Reaktionen der Bezugspersonen auf die Diagnose, Krankenhausaufenthalt, krankheitsbedingte Lebensumstellung, natürliche Injektionsangst bei Kindern. Die Mensch-Tier-Beziehung reduziert die Herzfrequenz, Puls und Kreislauf stabilisiert sich, die Muskeln entspannen sich und der Körper setzt Beta-Endorphine (die sogenannten Glückshormone) frei.
In diesem Modul soll die Wahrnehmung geschult und negativen Bewältigungsmaßnahmen von Stress bewusstgemacht werden, dies kann langfristig die Belastung durch die medizinischen Maßnahmen verbessern.
Anhand der Tiere und ihrer Körpersprache werden Signale für Stress erkannt und Entspannungsalternativen gefunden.

Modul 3: Ernährung: In diesem Modul geht es um die Vertiefung der Kenntnisse der Ernährungslehre, die für Diabetiker relevant sind. In einem eigens entwickelten Spiel mit Meerschweinchen, kann das Kind sein Wissen über einzelne Nahrungsmittel und den Zusammenhang mit Diabetes erweitern und vertiefen.

Modul 4: Bewegung und Sport: Hauptaugenmerk liegt in der Verdeutlichung des Zusammenhangs von sportlicher Aktivität und die Auswirkung auf den Blutzuckerspiegel des Kindes. Dem Kind soll veranschaulicht werden, dass es bei ausreichender Bewegung darauf achten muss, keine Hypoglykämie zu bekommen.

Modul 5: Stärkung des Selbstwertgefühls: Dieses Modul umfasst auch die Schulung der Grob- und Feinmotorik. Hier wird hauptsächlich mit Pferden gearbeitet. Der Umgang mit diesen sensiblen Lebewesen, ihre Größe und Kraft beeindruckt Kinder sehr. Durch die feine Wahrnehmung des Pferdes und seine unmittelbare Reaktion in der Interaktion mit den Kindern werden diesem unbewusste Einstellungen, Verhaltens- und Beziehungsmuster deutlich, die es reflektieren und verändern kann. Durch die Eigeninitiative des Kindes erfolgt eine Reaktion des Pferdes, welches dadurch eine sofortige Rückmeldung an das Kind gibt, ob die Signale richtig waren. Die Frage wer das Pferd leitet und führt wird dabei sehr rasch beantwortet und gegebenenfalls eine Verhaltensänderung notwendig machen. Diese Entwicklungsschritte, sowie die bewältigten Herausforderungen fördern letztendlich die Ich-Entwicklung und die Identitätsbildung des Kindes.

Modul 6: Interozeption: Kinder vergessen gerade bei Sport und Spiel oft darauf, auf ihren Körper zu hören und beachten die Symptome einer Hypoglykämie nicht. In diesem Bereich besteht daher ein wesentlicher Schulung- und Sensibilisierungsbedarf. Wie jedes einzelne Kind auf die verschiedenen körperlichen Aktivitäten und Belastungen genau reagiert, kann nicht vorhergesagt werden. Es kann aber jedes Kind geschult werden auf seine "innere Stimme" zu hören. In diesem Modul werden durch gezielte äußere Reize der taktile Sinn geschult, damit auch eine Verbesserung der Wahrnehmung der inneren Anzeichen des Körpers erreicht werden kann .

Modul 7: Kommunikation 1: Kommunikation ist der Mittelpunkt im Leben eines Kindes. Wie gut ein Kind sich anderen mitteilen kann, welche nonverbalen Botschaften es dabei aussendet, soll in diesem Modul erkannt und besprochen werden. Damit kann der Platz des Kindes in der Familie, im Kindergarten oder bei seinen Freunden in seiner jetzigen Situation erkannt und auch verändert werden.

Modul 8: Kommunikation 2: Da Kommunikation so einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft hat, wird noch ein zweites Modul zur Schulung und Erkennung von Kommunikationsformen angewendet. Dabei wird vertieft auch auf die Ängste und Sorgen der Kinder eingegangen und gemeinsam Lösungen erarbeitet.
zurück

Einsatzgebiete von tiergestützter Therapie

Tiergestützte Therapie ist eine wissenschaftlich anerkannte Methode und überaus wirksam bei Patienten mit Sprach- und Bewegungsstörungen, Herz und Schlaganfallpatienten, Alzheimerpatienten, geistig und/oder körperlich behinderten oder verhaltensauffälligen Kindern.
Tiergestützte Therapie ist für alle Altersgruppen geeignet, besonders Kinder sprechen die Arbeit mit Tieren besonders gut an.
Tiere haben eine erwiesene heilfördernde Wirkung auf emotional gestörte und psychisch kranke Kinder. Sie haben eine erzieherische Wirkung und fördern die Entwicklung.

Der Einsatz von Tieren kann auf mehreren Ebenen wirken: es kann eine

  • Steigerung im sensomotorischen-perzeptiven Bereich, d. h eine Verbesserung der Wahrnehmung, des Körperbewusstseins und der Raumorientierung
  • Steigerung im sozioemotionalen Bereich, d. h. Aufbau von Vertrauen, Steigerung des Selbstwertgefühls, Kommunikationsfähigkeit wird erhöht
  • Förderung des kognitiven Bereiches, d.h. Erhöhung der Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit; Steigerung der Frustrationstoleranz, Verbesserung der Sprachkompentenz

Einsatz von Tieren in ein Konzept zur Förderung und Unterstützung des Empowerment der zu behandelnden Person, dabei werden die individuellen Ressourcen gestärkt, die personalen Handlungskompetenzen weiterentwickelt und die Selbstbefähigung gesteigert.

Als Akteure und Partner fungieren ich und meine Tiere, sowie allenfalls zusätzliches Betreuungspersonal vor Ort.